Rotes Kreuz & Bundesfeuerwehrverband warnen vor Extremhitze Rotes Kreuz & Bundesfeuerwehrverband warnen vor Extremhitze │ © ÖRK / Thomas Holly Kellner

Rotes Kreuz & Bundesfeuerwehrverband warnen vor Extremhitze

„Mensch und Umwelt in Gefahr – bleiben Sie achtsam!“

Hitzewellen fordern Menschenleben und verursachen SchĂ€den in Millionenhöhe – zigtausende Freiwillige trotz massiver gesundheitlicher Belastung im Einsatz.

Wien (OTS) – 2026 zĂ€hlt bereits jetzt zu den heißesten Jahren seit Beginn der Messungen in Österreich. WĂ€hrend das Rote Kreuz an Hitzetagen mehr medizinische NotfĂ€lle versorgt, sind die Feuerwehren durch immer hĂ€ufiger auftretende Vegetations- und WaldbrĂ€nde gefordert, die durch mangelndes Löschwasser zusĂ€tzlich erschwert werden.

Gemeinsam warnen das Österreichische Rote Kreuz und der Österreichische Bundesfeuerwehrverband mit insgesamt mehr als 435.000 Freiwilligen: Die Folgen von Extremhitze mĂŒssen ernst genommen werden, wir alle sind gefordert!

Hitze ist Gesundheits- und Sicherheitsrisiko

Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes: „Hitze kostet jedes Jahr hunderte Menschenleben. Im Rettungsdienst verzeichnen wir an Hitzetagen durchschnittlich 15 Prozent mehr EinsĂ€tze, wĂ€hrend unsere Kolleginnen und Kollegen in der Pflege in völlig ĂŒberhitzten Wohnungen arbeiten. Hitze ist nicht nur Baden und Eisschlecken, sondern ernstzunehmende Gesundheitsgefahr! Besonders Ă€ltere Menschen, Kinder oder chronisch Kranke sind gefĂ€hrdet – doch anhaltende Extremtemperaturen sind selbst fĂŒr gesunde, fitte Menschen eine enorme Belastung. Diese Entwicklungen dĂŒrfen wir nicht lĂ€nger als normal hinnehmen.“

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Robert Mayer, PrĂ€sident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes: „Mehr als 80 Prozent der Wald- und VegetationsbrĂ€nde in Österreich werden von Menschen zum Beispiel durch weggeworfene Zigaretten oder Lagerfeuer verursacht. Diese RĂŒcksichtslosigkeit zerstört natĂŒrlichen Lebensraum und gefĂ€hrdet Mensch und Natur. Unsere EinsatzkrĂ€fte sind gut auf WaldbrĂ€nde vorbereitet, dennoch sind diese außergewöhnlichen EinsĂ€tze aufgrund der enormen Hitze und der körperlichen Anstrengung besonders belastend. Es wird jedes Jahr herausfordernder. Es muss jetzt gehandelt werden: Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, Maßnahmen zum Klimaschutz und Investitionen in die Katastrophenhilfe.“

Auch EinsatzkrÀfte leiden unter Hitzebelastung

Die Einsatzorganisationen reagieren bereits jetzt und setzen auf PrĂ€vention und Anpassung. So hat das Rote Kreuz etwa HitzeschutzplĂ€ne fĂŒr den Rettungsdienst und die mobile Pflege entwickelt, die gezielte Maßnahmen bei Hitze festlegen – vom Aufstocken des Materials fĂŒr Hitze-NotfĂ€lle bis zur richtigen Lagerung von Medikamenten bei hohen Temperaturen. Außerdem schaffen Angebote wie die Cooling Center oder die „Team Österreich“-Landkarte der kĂŒhlen Orte Abhilfe.

„Hitzeschutz bedeutet auch Schutz fĂŒr unsere EinsatzkrĂ€fte. Sie leisten selbst bei der grĂ¶ĂŸten Hitze körperlich anstrengende Hilfe – in Schutzkleidung, ĂŒberhitzten Wohnungen, ohne AbkĂŒhlungsmöglichkeiten. Auch sie brauchen bestmögliche Arbeitsbedingungen, um anderen helfen zu können. Daher regeln unsere SchutzplĂ€ne auch konkrete Maßnahmen fĂŒr unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betont Dr. Schreiber.

Waldbrand-FrĂŒherkennung und SolidaritĂ€t entscheidend

Bei WaldbrÀnden sind rasches Handeln und eine schlagkrÀftige BekÀmpfung durch speziell trainierte EinsatzkrÀfte notwendig. WÀhlen Sie, sollten Sie Rauch oder Feuerschein in WaldnÀhe wahrnehmen oder vermuten, den kostenlosen Feuerwehr-Notruf 122 besser einmal zu oft als gar nicht. Aufgrund der langen Anfahrtswege gehen wertvolle Minuten verloren, wenn der Brand sehr spÀt gemeldet wird.

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„Einen besonderen Schwerpunkt des Feuerwehrwesens in Österreich legen wir auf ein nationales FĂ€higkeitsmanagement: Wenn ein Bundesland an seine Grenzen stĂ¶ĂŸt, gibt es KrĂ€fte aus anderen Regionen, die strukturiert und standardisiert mit Mannschaft und GerĂ€tschaften sowie Fahrzeugen unterstĂŒtzen können. Das funktioniert in Österreich, aber auch außerhalb unserer Grenzen, wenn wir ĂŒber den EU-Katastrophenschutzmechanismus helfen. In KĂŒrze wird es dafĂŒr zusĂ€tzlich zu den Waldbrandmodulen aus Niederösterreich und der Steiermark auch ein Österreich-Modul geben, an welchem sich alle neun BundeslĂ€nder beteiligen“, so FeuerwehrprĂ€sident Mayer.

„Helfen Sie uns Einsatzorganisationen!“

Die seit JĂ€nner 2026 geltende Hitzeschutzverordnung setzt erste wichtige Schritte beim Hitzeschutz von Arbeitnehmer:innen. „Sie betrifft jedoch weder unsere freiwilligen Helferinnen und Helfer noch Ă€ltere oder pflegebedĂŒrftige Menschen“, mahnen Rotes Kreuz und Feuerwehr. „Wir stehen der Politik gerne mit unserer Expertise zur VerfĂŒgung und unterstĂŒtzen mit VorschlĂ€gen zum Schutz der österreichischen Bevölkerung! Extreme Hitze und WaldbrĂ€nde sind keine Ausnahmen mehr, deshalb mĂŒssen wir gemeinsam achtsam sein und an den Rahmenbedingungen zur Verbesserung der Situation arbeiten.“

Abschließend appellieren beide Organisationen: „Helfen Sie uns Einsatzorganisationen, indem Sie – wenn möglich – bewusst Überanstrengung in der Hitze vermeiden! Bitte schauen Sie bei Extrem-Temperaturen besonders auf sich selbst und kĂŒmmern Sie sich um Ihre Mitmenschen. Seien Sie vorsichtig in trockener Wald- und Wiesen-Umgebung, vermeiden Sie selbst kleinste ZĂŒndquellen – diese können fatale BrĂ€nde auslösen!“

Quelle: OTS

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