Samariterbund Wien: Erste-Hilfe-Tipps bei Einbruch in vereiste WasserflÀchen und warnt vor Lebensgefahr Symbolfoto

Samariterbund Wien: Erste-Hilfe-Tipps bei Einbruch in vereiste WasserflÀchen und warnt vor Lebensgefahr

Tiefe Temperaturen sorgen fĂŒr glitzerndes Eis auf vielen GewĂ€ssern Wiens, doch sollte es von niemandem unbedacht betreten werden.

Wien (OTS) – Dank der anhaltend niedrigen Temperaturen bilden sich aktuell auf Teichen, Seen und langsam fließenden GewĂ€ssern im Raum Wien vereiste FlĂ€chen. Doch selbst wenn diese zum Betreten einladen: EisflĂ€chen sind keine harmlose Freizeitumgebung, sie können zu einer tödlichen Gefahr werden – insbesondere an Uferzonen, Zu- und AbflĂŒssen oder unter Schneedecken. Und auch jede Rettung wird dabei zum Hochrisiko-Einsatz. Der Samariterbund Wien warnt deshalb eindringlich davor, EisflĂ€chen ohne vorherige behördliche Freigabe zu betreten.

Riskantes handeln gefÀhrdet auch das Leben der Helfer:innen

„Jedes Jahr kommt es zu teils dramatischen UnfĂ€llen, weil die TragfĂ€higkeit von Eis ĂŒberschĂ€tzt wird. Wer einbricht, gerĂ€t in akute Lebensgefahr. Deshalb appelliere ich an alle, die Gefahr ernst zu nehmen und EisflĂ€chen erst zu betreten, wenn sie offiziell betreten werden dĂŒrfen. Denn durch riskantes Handeln gefĂ€hrdet man nicht nur das eigene Leben, sondern zusĂ€tzlich noch das der Helfer:innen, die zur Rettung herbeikommen“, warnt Dominik Wiest, Ausbildungsleiter bei der Wasserrettung des Samariterbundes Wien.

Im Falle eines Unfalls

Wenn Sie jemand sehen, der eingebrochen ist, verstĂ€ndigen Sie bitte sofort den Notruf der Feuerwehr 122, da diese fĂŒr die Wasserrettung zustĂ€ndig ist, und machen eine genaue Ortsangabe.

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Samariterbund-Experte Dominik Wiest empfiehlt: „Betreten Sie nie ohne Hilfsmittel das Eis, sondern versuchen Sie eine Rettung aus sicherer Entfernung.“ Dabei ist zu beachten:

  • Legen Sie sich flach auf den Boden, um das Gewicht zu verteilen
  • Nutzen Sie lange GegenstĂ€nde (Ast, Leiter, Seil, Schal, GĂŒrtel)
  • Ziehen Sie die Person langsam ans Ufer, ohne möglichst selbst die EisflĂ€che zu betreten
  • WĂ€rmeverlust beachten: Nach der Rettung sofort in Decken hĂŒllen, nasse Kleidung entfernen (wenn möglich), warmhalten – UnterkĂŒhlung kann lebensbedrohlich sein

Erste-Hilfe-Tipps nach Eisrettung

Aber auch nach Rettung aus eiskaltem Wasser, zÀhlt das richtige Verhalten, um Leben zu retten. Wiest rÀt zu folgenden Erste-Hilfe-Tipps nach einer Eisrettung:

  • Betroffene Person nicht alleine lassen
  • Auf keinen Fall warmrubbeln (Gefahr des Bergetodes)
  • Bei Bewusstlosigkeit: Atmung kontrollieren
  • Bei fehlender Atmung: sofort mit Wiederbelebung beginnen
  • Auch bei scheinbar gutem Zustand: Ă€rztliche AbklĂ€rung dringend empfohlen – UnterkĂŒhlung wirkt oft verzögert

Eis ist nicht gleich Eis – TragfĂ€higkeit ist kaum einschĂ€tzbar

Damit es erst gar nicht so weit kommt, ist höchste Vorsicht geboten. Die Tragfestigkeit einer Eisdecke ist fĂŒr Laien kaum abschĂ€tzbar, denn sie hĂ€ngt nicht nur von der Temperatur ab, sondern auch von Strömungen, Unterwasserpflanzen, Wasserstandsschwankungen sowie der Beschaffenheit des Untergrunds. Schnee auf dem Eis kann zudem eine dĂŒnne Stelle verdecken und wirkt isolierend, wodurch das Eis langsamer nachfriert. In Wien kommt noch speziell das sieben Grad warme Grundwasser hinzu, dass eine EinschĂ€tzung zusĂ€tzlich erschwert.

Besonders gefÀhrlich sind:

  • Uferbereiche (durch wechselnde Temperaturen und Bewegung)
  • Zu- und AbflĂŒsse, BrĂŒckenbereiche
  • Strömende GewĂ€sser (Donauarme, KanĂ€le, BĂ€che)
  • Schneebedeckte EisflĂ€chen
  • Dunkle Eisstellen oder „nasse“ Bereiche (Hinweis auf geringe TragfĂ€higkeit)

Der Samariterbund Wien empfiehlt deshalb:

  • Lassen Sie sich nicht verleiten, EisflĂ€chen zu betreten, nur weil andere Personen sich bereits darauf bewegen
  • Offizielle Freigaben beachten: EisflĂ€chen sollten nur bei ausdrĂŒcklicher, behördlicher Freigabe betreten werden
  • Kinder besonders schĂŒtzen: KlĂ€ren Sie Kinder ĂŒber die Gefahr auf und lassen Sie sie nicht unbeaufsichtigt in GewĂ€ssernĂ€he spielen
  • Hunde an die Leine: Tiere laufen oft auf EisflĂ€chen – Menschen folgen instinktiv bei Gefahr, was besonders riskant ist
  • Eislaufen am besten nur in gesicherten Anlagen (z. B. geprĂŒfte EislaufplĂ€tze, Kunsteisbahnen)

Quelle: OTS

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