FF Braunau: 27 Personen bei Wohnhausbrand gerettet

Objektlage:

Das Brandobjekt, ein 4 geschoßiges Mehrparteienhaus liegt im dicht verbauten Siedlungsgebiet im Braunauer Ortsteil Laab. Das Gebäude hat 24 Wohnungen, im vorderen Bereich des Erdgeschoßes ist das so genannte "Zeughaus Laab" der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Braunau untergebracht. Hier werden Geräte für den Wasserdienst gelagert. Die Tauchergruppe Braunau hat hier ebenfalls ihr Zuhause.

Alarmierung:

Die FF Braunau wurde am 12.05.2015 um 02:38 durch die Landeswarnzentrale Linz mittels Pagersammelruf und Sirene mit dem Stichwort "Brand Wohnhaus, Verladestraße Laab" alarmiert.

Lage vor Ort: 2 Minuten nach dem Alarm rückten das KDO-F1 mit KDT ABI Klaus Litzlbauer und das VRF mit 6 Mann Besatzung aus. Bereits bei der Anfahrt zum Einsatzobjekt konnte man eine starke Rauchentwicklung über den Ortsteil Laab ausmachen.

Am Einsatzort wurde eine massive Verrauchung des gesamten Gebäudes festgestellt, die Mieter konnten nicht mehr das Gebäude verlassen. Durch Lüftungsschächte wurde ein Großteil der Wohnungen total verraucht. Von überall im Haus riefen die Bewohner um Hilfe. Ein gewaltiger Stressfaktor für die eintreffenden Fahrzeuge der FF Braunau.

Einsatzablauf:

Der erste Atemschutztrupp begab sich mit einem mobilen Rauchverschluss und dem Schlauch des UHPS-Löschgeräts des VRF in das Brandobjekt. Die restliche Mannschaft begann sofort mit der Überdruckbelüftung des Stiegenhauses.

Auf dem Weg zur Brandwohnung entdeckte der erste Atemschutztrupp 2 Bewohner der Nachbarwohnung die in den stark verrauchten Vorraum um Hilfe riefen. Sie wurden mittels Fluchtmasken sofort ins Freie gebracht. An der Tür zur Brandwohnung wurde der Rauchverschluss angebracht und mit der Brandbekämpfung begonnen.

Der Atemschutztrupp des nach kurzer Zeit eingetroffenen Tank 1 (TLF 4000) setzte die Personenrettung über das Stiegenhaus mittels Fluchtmasken fort. Die restliche Mannschaft begann mittels Schiebeleiter an der Rückseite mit der Rettung von 2 Personen aus den Fenstern im 1. OG. Sie wurden von der fast gleichzeitig eintreffenden Drehleiter (DLK 23-12) unterstützt. Ein Bewohner im 3. Stock drohte aus dem Fenster zu Springen, da er keine Luft mehr bekam. Er und 4 weitere Personen konnten aus ihren Wohnungen gerettet werden. Auch mehrere Haustiere konnten so gerettet werden.

Die Peronenrettung über das Stiegenhaus wurde durch einen weiteren Atemschutztrupp des Tank 2 (RLF 2000) unterstützt. So konnten 20 Personen aus den Wohnungen gerettet  werden.

Das Rote Kreuz Braunau, das BRK Simbach (BRD) sowie das Notarztteam Braunau versorgten die geretteten in einer Garage, die ein Nachbar zur Verfügung stellte.

Eine Person wurde vom Rettungsdienst mit einer Rauchgasvergiftung in das Krankenhaus Braunau gebracht, alle anderen konnten nach einer ambulanten Behandlung durch den Notarzt nach Einsatzende wieder in ihre Wohnungen.

Der Brand in der Wohnung konnte rasch gelöscht werden, mittels Wärmebildkamera wurde nach einer vermissten Person gesucht, die sich noch in der Wohnung befinden sollte. Die Person konnte zum Glück die Wohnung noch vor Eintreffen der Feuerwehr Braunau verlassen.

Brandursache:

Ermittlungen der Brandsachverständigen ergaben, dass der Herd eingeschaltet war, darauf befand sich eine Pfanne, bei der Boden bereits durchgeschmolzen war. Da die Bewohnerin bei ihrer Flucht die Tür zur Brandwohnung offen lies, konnte sich der Brandrauch so rasch und massiv im ganzen Haus ausbreiten.

Nachsatz:

Trotz des gewaltigen Stressfaktors bei diesem Einsatz - überall riefen Menschen verzweifelt um Hilfe - konnte die Personenrettung sehr rasch und vor allem ohne Hektik durchgeführt werden. Hier beweist es sich, wie wichtig es ist solche Einsatzszenarien regelmäßig zu üben.

Eingesetzte Kräfte:

FF Braunau mit KDO-F1, TLF1+2, DLK, LFB-A2 mit 25 Mann
Rotes Kreuz mit 1 NEF, 3 RTW und 16 Personen
Bundespolizei PI Braunau mit 2 Mann.

Quelle: FF Braunau, E-HBI Joachim Kweton