FF Judendorf-Straßengel: Entlaufene Pferde

Am 31. Dezember 2004 wurde die FF Judendorf-Straßengel gegen 20.15 Uhr mit Sirenen und Rufempfängern in den Einsatz gerufen. Der Einsatzbefehl lautete: "Entlaufene Pferde auf der Landesstraße 302!" Sofort fuhren drei Gruppen mit dem RLF-A, LFB-A und dem Mannschaftsbus Richtung Siebenbrünndl.

In Raach, nach der Abfahrt vom Autobahnzubringer auf die Autobahn A9, kam der ersten Feuerwehrgruppe bereits die Polizei der Stadt Graz und die Gendarmerie des Posten Gratwein mit drei Wagen entgegen. Vor den Exekutivfahrzeugen liefen die beiden, vermutlich wegen der schon früh am Abend beginnenden Böllerschießerei entlaufenen Pferde. Der Straßenverkehr aus Graz und aus Judendorf-Straßengel wurde hinter den Fahrzeugen der Exekutive und der Feuerwehr angehalten, um die beiden auf der Fahrbahn laufenden Pferde mittels Arbeitsleinen einzufangen.

Im Verband der drei Feuerwehreinsatzgruppen gelang es rasch eines der beiden Pferde auf Höhe der Baumschule einzufangen und sicher an einen Mast zu binden. Das zweite Pferd blieb beim ersten und wurde durch eine Menschenkette der Feuerwehr und Exekutive abseits der Fahrbahn in Schach gehalten.

Um sicher zu gehen, dass es beiden Pferde gut ginge, wurde von der Feuerwehr ein Tierarzt zur Unterstützung angefordert. Der rasch eintreffende Tierarzt Dr. Sch. fand zwei gut versorgte und mit Decken gegen Auskühlen geschützte Pferde vor. Da lange Zeit unbekannt war, wer der Halter der beiden Tiere ist, wurde eine Möglichkeit zur Unterbringung gesucht, welche uns Herr M. vom Kirchberg zur Verfügung gestellt hätte.

Von Feuerwehrmännern wurden systematisch sämtliche bekannten Pferdebesitzer in Judendorf-Straßengel aufgesucht. Nach nicht all zu langer Suche konnte auch schon die "Heimat" der beiden entlaufenen Rösser entdeckt werden und "pferdekundige Zivilpersonen" unterstützten das Nachhausebringen der Tiere. Nach fast drei Stunden endete der letzte Einsatz im Jahr 2004.

Anhang:
Die letzten beiden Feuerwehreinsätze in Judendorf-Straßengel im Jahr 2004 fanden ausgerechnet am Heiligen Abend und zu Silvester, wenige Stunden vor dem Jahreswechsel statt. In beiden Fällen fanden sich zahlreiche Feuerwehrmänner ein, die ihre Familien zu Hause sitzen ließen, um Hilfe zu leisten.

Das Klischee vom Bier trinkenden Feuerwehrmann soll endgültig in den Hintergrund geraten, denn die Bereitschaft der Feuerwehrmänner, an diesen oder gerade wegen diesen "Feiertagen" ist enorm hoch!

Eines der beiden Rösser hat vor dem Feuerwehreinsatz Kontakt mit einem fahrenden Pkw gehabt, was die Stufe der Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer deutlich machen soll. Daher war es umso wichtiger die Feuerwehr zu alarmieren um die Tiere einzufangen. Da einige Feuerwehrmänner Fertigkeiten im Umgang mit Pferden besitzen und auch hilfsbereite Passanten zu Hilfe eilten, konnten die Pferde sicher in Verwahrung gebracht werden und wurden anschließend mit Feuerwehr und Exekutive in den heimatlichen Stall "eskortiert".

Quelle: FF Judendorf-Straßengel