BFV Graz: Übung – Grazer Stadthalle geräumt

Rund 1.100 Personen mussten gestern Abend im Rahmen des Praxistages der Grazer Feuerwehren die Stadthalle fluchtartig verlassen. Eine groß angelegte Übung des Bezirksfeuerwehrverbandes Graz fand gestern Abend in den Räumlichkeiten der Grazer Stadthalle statt. Rund 1.100 Besucherinnen und Besucher halfen mit, diese Übung realitätsnah zu gestalten.

Den Gästen bot sich ein spannender Abend – neben interessanten Referaten vieler Experten hinsichtlich Evakuierung und Verhalten der Massen kam der Humor mit dem Kabarett der „Gimpel“ auch nicht zu kurz. Während diesem Kabarett kam es schließlich auch zu dem angekündigte Ernstfall: Eine starke Rauchentwicklung sowie zahlreiche kleinere Explosionen im Foyer veranlassten den zuständigen Feuerwehrkommandanten der Betriebsfeuerwehr Messe Congress, Karl Altenburger, den Saal räumen zu lassen. Nach der Aufforderung an das Publikum ging alles sehr schnell. Nach nur zwei Minuten war der Saal leer, rund drei Minuten später war das Gebäude komplett geräumt und sämtliche Personen am Sammelplatz sicher angekommen. „Bei einer solchen Menschenmasse ist das ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis, auch wenn das Publikum Bescheid wusste“, resümierte Bezirksfeuerwehrkommandant Dr. Otto Meisenberger.

Die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr und alle 23 Betriebsfeuerwehren der Stadt Graz nahmen aktiv an dieser Großübung teil. Nicht nur angesichts der tragischen Vorfälle in Duisburg war das Interesse an dieser Übung groß. „Einmal selbst in einer solchen Situation zu sein ist einmalig, eine so umfangreiche und großangelegte Übung hat es noch nicht gegeben“, so Meisenberger weiter.

Die Berufsfeuerwehr Graz konnte mit dieser Übung auch erstmals ihre Entfluchtungssimulations-Software, die in Österreich einzigartig ist, testen. Diese kann nicht nur für Gebäude, sondern auch für zahlreiche Großveranstaltungen in Graz genützt werden und dient der besseren Einschätzung und Erkennung von potentiellen Gefahren und neuralgischen Punkten.

Der stellvertretende Abteilungsleiter Ing. Dr. Alfred Pölzl zeigte sich begeistert: „Ich freue mich, dass sich so viele bereit erklärten, uns bei dieser Simulation zu helfen. Erst durch eine praktische Übung ist es uns möglich, noch besser zu werden und Gefahrensituationen schneller erkennen und eingreifen zu können.“

Quelle: BFV Graz