FF Gänserndorf: Großbrand auf Mülldeponie Hohenruppersdorf

Großalarm für die Feuerwehren des Bezirks Gänserndorf

Aus bisher ungeklärter Ursache geriet am späten Nachmittag des 4.12.04 die Sortieranlage der Mülldeponie in Hohenruppersdorf in Brand.
Innerhalb kürzestes Zeit stand die komplette Halle samt darin gelagerten Rest und Kunststoffmüll in Vollbrand!

Der gewaltigen Brandbelastung waren die örtlichen Kräfte natürlich nicht gewachsen - sofort wurde Großalarm über die BAZ (Bereichsalarmzentrale) Mistelbach gegeben. Eine Armada an Feuerwehren setzte sich darauf in Richtung Hohenruppersdorf in Bewegung. Von weitem konnte man die gewaltige Rauchsäule bereits sehen - die Rauchschwaden zogen über die Bezirkshauptstadt bis nach Bratislava.

Zitat des Bezirkskommandanten OBR Heinz Schwabl: Einer der größten Brandeinsätze in der Geschichte des Bezirks - Wir haben die Schlacht geschlagen - besonders bewährt hat sich wieder einmal das System des NÖ - Freiwilligenheers.

Da die lokale Wasserversorgung, trotz eigenem Hochbehälters und Wasserreservoirs angesichts der gewaltigen Brandbelastung an die Grenzen stieß, wurde mit den zahlreichen Tanklöschfahrzeugen ein Pendelverkehr eingerichtet.

Hier kamen die zahlreichen TLF´s aus der nahen Umgebung, sowie die Spezialfahrzeuge der umliegenden Feuerwehren den örtlichen Kräften zu Gute.

In der ersten Phase war aufgrund der großen Strahlungshitze an eine Bekämpfung des Brandes nicht zu denken. Die Flammen schlugen über die Wipfel des die Deponie umgebenden Waldes. Die Einsatzleitung unter der Führung von OBI Josef Zillinger, FF Hohenruppersdorf fokussierte die Kräfte auf den Schutz des Verwaltungsgebäudes und die Verhinderung des Übergreifens auf die Unmengen an gelagertem Papier und Kunststoffabfälle in unmittelbarer Umgebung der im Vollbrand stehenden Sortieranlage.

Weiters galt es auch einen am Gelände befindliche Tankstelle sowie den angrenzenden Hochleithenwald vor einem Übergreifen der Flammen zu bewahren!

Die Devise lautete - Kontrollierter Abbrand der Sortieranlage - Verhindern des Übergreifens auf die den angrenzenden Wald, die Verwaltungsgebäude und Tankstelle.

Um 18:00 Uhr nach etwa 2 Stunden stürzte die Halle teilweise in sich zusammen. Die Halle war nun bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der Pendelverkehr mit dem Löschwasser aus den beiden nahegelegensten Gemeinden Spannberg und Matzen war voll angelaufen. Nun begannen die eingesetzten Kräfte mit einem umfassenden Löschangriff.

Mit einem massiven Wasserschlag - innerhalb 1 Stunde wurden geschätzte 100.000l Wasser auf das Brandobjekt aufgebracht, bekam man den Brand unter Kontrolle. Mit mehreren B-Rohren wurde dem Feuer von allen Seiten der Kampf angesagt. Besonders bewährt hatte sich hier der Einsatz der 30m Drehleiter Gänserndorf (DLK) mittels Werfermonitor. Die Brandbekämpfung vom Korb der DLK wurde unter schwerem Atemschutz durchgeführt.

"Von Oben" konnten die Feuerwehrmänner höchst effizient das Löschwasser aufbringen. Weiters konnten die Kameraden auch wertvolle Informationen aufgrund der Vogelperspektive an die Einsatzleitung liefern.

Besondere Hilfe war auch der Einsatz des ULF der Betriebsfeuerwehr OMV Gänserndorf, welches mit einer Tankfüllung gleich 6000l Wasser transportieren konnte! Ein durchschnittliches Tanklöschfahrzeug ist mit 2000l Wasser befüllt.

Als günstig stellte sich der kaum vorhandene Wind sowie die Tatsache, dass die Deponie mehrere Kilometer von bebautem Gebiet entfernt liegt, heraus. Es mussten somit keine Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Zur Unterstützung der BAZ Mistelbach wurde auch im Feuerwehrhaus Gänserndorf die BAZ besetzt. Zahlreiche Feuerwehr, Behörden und Presse - Anforderungen und Anfragen konnten von hier koordiniert, disponiert und abgewickelt werden.

Gegen 21:00Uhr beschloss die Einsatzleitung aufgrund des Löscherfolges die massive Beaufschlagung mit Löschwasser zu drosseln. DLK + Tank1 Gänserndorf, sowie der Großteil der eingesetzten Kräfte konnte nach Versorgung der Männer (für Gänserndorf war es bereits der 3. Einsatz, neben 1 Übung an diesem Tag) wieder in das Feuerwehrhaus einrücken.

Der Brand war beim Abrücken gegen 22:00 Uhr unter Kontrolle - dauerte jedoch noch nachhaltig an - es wird wohl Tage dauern bis hier die örtlichen Kräfte Brand Aus geben können.

Bei diesem Einsatz standen, 17 Feuerwehren mit mind. 30 Fahrzeugen und ca. 130 Mann im Einsatz. Dies ist eine Schätzung des Autors, genaue Angaben lagen zum Zeitpunkt der Aussendung noch nicht vor.

Zur Zeit, 05. Dezember 16:52, dauern die Löscharbeiten der Feuerwehr Hohenruppersdof immer noch an.

Sonstige Eingesetzte Kräfte:

1 Bezirksfeuerwehrkommandant
1 Abschnittsfeuerwehrkommandant
1 RTW RK Zistersdorf
1 Streife der Gendarmerie
1 BH Gänserndorf - Wasserrecht
1 EVN - Strom
1 Lokalpresse
1 Kamerateam des ORF NÖ

Quelle: FF Gänserndorf