Zugsunglück: Technische Großschadensübung

Zugsunglück: Technische Großschadensübung 1

Feuerwehr und Rotes Kreuz probten die Alarmpläne für den Großschadensfall.

Lautes Stöhnen, blutverschmierte Gesichter, Verletzte irren umher – so lassen sich die Szenen beim Eintreffen der ersten Hilfskräfte bei der jährlichen Großschadensübung in Gänserndorf am besten beschreiben.

Das Übungsszenario:
Auf der Nordbahnstrecke kam es im Bahnhofsbereich von Gänserndorf zu einem Zusammenstoß zwischen einer Schnellbahngarnitur und einem Güterzug, der mit Schadstoffen beladen war. Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich etwa 40 Fahrgäste im Zug. Durch die Wucht des Zusammenstoßes wurden einige Passagiere durch den Zug geschleudert und dabei schwer verletzt. Ein Waggon des Güterzuges schlug Leck und es kam zum Austritt des giften Stoffes Phenol (UN-Nummer 2821). Als weiteres Übungsszenario wurde ein PKW mit drei Insassen unter dem Personenzug eingekeilt.

Der Ablauf:
Erst nach umfassenden Sicherungs- und Abdichtmaßnahmen unter Schutzstufe III konnte mit der Menschenrettung im Zug begonnen werden. Das Wimmern und laute Hilferufe in der Schnellbahngarnitur sind mittlerweile unüberhörbar, erst nach etwa 45 Minuten kann der Schadensplatz für die weiteren Einsatzkräfte freigegeben werden. Erst jetzt kann mit der Versorgung der Verletzten begonnen werden. Mittels hydraulischen Rettungsgeräten wurden zwei große Rettungsöffnungen in den Zug geschnitten. Drei Verletzte konnten sich vor Eintreffen der Einsatzkräfte aus eigener Kraft aus dem Zug befreien und irrten im Schock in ein angrenzendes Waldgebiet. Die vermissten mussten von der ÖHU Hundestaffel gesucht werden.

Herausforderung Zugsunglück:
Im Zug begann nun für die Einsatzkräfte ein psychisch sehr belastender Einsatz. 43 wimmernde, zum Teil übereinander liegende Verletzte forderten die Rettungstrupps von Feuerwehr und Rotem Kreuz. Knapp drei Stunde nach Alarm konnte der letzte Patient vom Roten Kreuz abtransportiert werden.

Großaufgebot des Roten Kreuz:
Auch seitens der medizinischen Versorgung stand ein Großaufgebot an Einsatzkräften bereit. 3 Notärzte und 20 Sanitäter behandelten die 43 Verletzten. Nach einer ersten Sichtung durch die Bergetriage wurden die Prioritäten festgelegt und die Menschenrettung durchgeführt. Jeder Patient erhielt eine Patientenleittasche – PLS, wo Verletzungsgrad, Verletzungsart und die Behandlung eingetragen wurden.
Diese Karte begleitet den Patienten dann auch im Ernstfall bis ins Krankenhaus, um eine lückenlose Dokumentation bei einem Massenanfall von Verletzten bestmöglich zu gewährleisten.  Vor Ort wurde eine Sanitätshilfestelle (SanHist) aufgebaut, in der die Verletzten behandelt wurden. Auch zwei Fahrzeuge des Katastrophenzuges waren vor Ort eingesetzt.

Eingesetzte Kräfte:
Feuerwehr Gänserndorf – 6 Fahrzeuge, 30 Mann
Feuerwehr Strasshof – 2 Fahrzeuge, 20 Mann
Feuerwehr Deutsch Wagram – 2 Fahrzeug, 19 Mann

Schadstoffzug Bezirk Gänserndorf
Feuerwehr Auersthal – 2 Fahrzeuge, 11 Mann
Feuerwehr Groß Schweinbarth – 1 Fahrzeuge, 10 Mann

Berufsfeuerwehr Wien mit Schwerlastcontainer – 4 Fahrzeuge, 21 Mann
Feuerwehr Mistelbach 2 Fahrzeuge, 6 Mann

Rotes Kreuz Gänserndorf
10 Fahrzeuge, 3 Notärzte, 20 Sanitäter

ÖHU Suchhundestaffel
Reg. Gruppe Strasshof – 2 Fahrzeuge, 11 Mann, 4 Hunde

Kommandant BR Heinrich Koller, Rot Kreuz Bezirksstellenleiter Landesrettungsrat Otmar Lutzky und auch BH Stv. Mag. Merkatz sind fest davon überzeugt, dass für die professionelle Bewältigung von zukünftigen Großschadensereignissen derartige Übungen von großer Bedeutung sind.

Quelle: FW Gänserndorf
http://www.ffgf.at/

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