HFW Bad Ischl: Von einer "Hoh-Ruck-Aktion" zum Fixpunkt

Sirenenball der HFW Bad Ischl im Fasching

Was eher als eine "Hoh-Ruck-Aktion" begann, wurde der Ball am Faschingssonntag in Bad Ischl – der Sirenenball der Hauptfeuerwache Bad Ischl.

"Werd's seg'n, des ziagt!“

"Werd's seg'n, des ziagt, då draust håb'n ma insa Ruah, koane Nåchbårn de ma stören und in Ischl gibt's am Fåschingsonntåg koan Ball mehr", mit diesen Worten verteidigte E-HBI Christian Pernecker zu Beginn des Jahres 2009 sein Vorhaben, in wenigen Wochen den ersten Sirenenball der HFW Bad Ischl durchzuführen und das ohne sonderlich lange Vorbereitungszeit. Zu dieser Zeit war er Kommandant Stellvertreter der HFW Bad Ischl.

Mittlerweile ist er der hauptamtliche Mitarbeiter der HFW Bad Ischl, so zu sagen der einzige Berufsfeuerwehrmann in der Stadt Bad Ischl. Skepsis schlug ihm entgegen. „Aber davon habe ich mich und ein paar Andere nicht abbringen lassen. Wir haben das durchgezogen. Ich muss jedoch sagen, es wurde zusammengehalten und auch die kritischen Stimmen waren mit vollem Einsatz dabei. Das ist der Zusammenhalt, welcher unsere Gemeinschaft in der Freiwilligen Feuerwehr zu etwas Besonderem macht!“ Am Faschingssonntag kam dann die Bestätigung, der Ball war fürs erste Mal gut besucht.

Stetiger Ausbau

Der Ball etablierte sich rasch. Große Sorge hatte man, als es keinen Wildererball mehr auf der Katrin gab. Bleiben nun die Besucher aus? „Ja natürlich war auch mir damals mulmig zumute, aber im Nachhinein muss man sagen, der Ball war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Fixpunkt und hat sich einen Namen gemacht. Im Laufe der Jahre wurden die Einnahmen immer wieder in den Ausbau der Infrastruktur vor Ort, aber auch in verschiedenste Geräte und Materialien investiert. „Diese Investitionen waren notwendig, denn sie haben uns die Arbeit wesentlich erleichtert und Kapazitäten geschaffen“. Natürlich ist in diesem Zuge auch die gute Zusammenarbeit mit den ASKÖ-Stockschützen heraus zu heben. Ohne ihr Verständnis und Einverständnis hätte man den Ball nie zum dem ausbauen können, was er in den letzten Jahren war.

Hoher Arbeitsaufwand

Über 4.000 Stunden werden für einen Sirenenball aufgewendet, freiwillig natürlich. Dazu kommen noch viele freiwillige Helfer, welche nicht bei der HFW Bad Ischl Mitglied sind.

Natürlich sind bei der HFW Bad Ischl genug Faschingsnarren dabei. Der Umzug am Faschingsdienstag ohne Wagen der HFW Bad Ischl ist nicht vorstellbar. Also eine stressige, aber auch lustige Zeit für die Florianis der HFW Bad Ischl.

Ab Faschingmontag Mittag ist meistens die Veranstaltung abgebaut, kleinere Arbeitsdienste werden am Wochenende darauf verrichtet. „Ab Faschingmontag Mittag beginnt der Fasching für uns so richtig. Und als Verantwortlicher fällt einem hier ein Stein von Herzen, wenn wieder Alles Gut über die Bühne gegangen ist“, weiß HBI Christian Pernecker nur zu gut.

Preise 10 Jahre gleich

Bis zum 10. Sirenenball waren die Preise gleich. Darauf war man natürlich auch bei der HFW Bad Ischl stolz. Das Publikum ist vom Alter her bunt durchgemischt, die Stimmung immer ausgelassen.

Die Liebe fürs Leben gefunden

Auch das ist keine Seltenheit beim Sirenenball, und auch so mancher Feuerwehrkamerad hat dort seine Frau kennen gelernt. „In den letzten Jahren haben mich immer wieder Leute angesprochen, dass sie am Sirenenball ihren Ehepartner gefunden haben“; sagt E-HBI Christian Pernecker „da muss schon alles zusammenpassen unter so vielen Faschingsnarren, Geschichten die der Sirenenball schreibt“.

Wichtige Einnahmen entgehen

Wie auch im vergangenen Jahr werden auch heuer wieder den Freiwilligen Feuerwehren und Feuerwachen von Bad Ischl wichtige Einnahmen entgehen. „Wir hatten noch das Glück im letzten Jahr, dass der Sirenenball stattfinden konnte. Und auch unser Christbaumverkauf konnte mit Einschränkungen durchgeführt werden. Doch bald steht die Neuanschaffung unseres schweren Rüstfahrzeuges an, wo wir unseren Anteil dazu beisteuern müssen.

Natürlich haben wir genug Reserven, aber für diese wäre es gut gewesen, wenn wir sie noch ein wenig ausbauen hätten können, denn es sind ja nebenbei noch andere Anschaffungen zu tätigen, wo man auf Grund der unsicheren Lage gerade mehr als zweimal überlegt, ob man eine Anschaffung nun tätigt“, sagt der Kommandant der HFW Bad Ischl, ABI Jochen Eisl. Und natürlich ist Jochen selbst ein Faschingsnarr: „ein Jahr ohne Fasching schmerzt mich persönlich fürchterlich, eigentlich möchte ich es selbst noch nicht wahrhaben“.

Dank an alle Gönner und Unterstützer!

Ein großes Dankeschön gilt in diesem Zuge allen Unterstützern, Gönnern, Sponsoren und freiwilligen Helfern, welche die HFW Bad Ischl bei dieser Veranstaltung unterstützen und dazu beigetragen haben, dass sich der Sirenenball so entwickeln konnte. Und natürlich gilt ein Dankeschön allen treuen Sirenenballbesuchern, ansonsten wäre ja der Aufwand umsonst!

Das Wichtigste ist die Gesundheit

„Das Wichtigste ist und bleibt die Gesundheit“, sagt E-HBI Christian Pernecker, „da kann man dazu stehen wie man will. Ich hoffe nur dass sich die Situation rasch verbessert und endlich einmal wieder Normalität eintritt. Auf alle Fälle bin ich guter Dinge, dass im kommenden Jahr wieder ein normaler Fasching stattfinden wird. Und vielleicht dauert der Fasching nächstes Jahr dann doppelt so lange“ meint er scherzhaft.

Quelle: HFW Bad Ischl