FF Gänserndorf: Schadstoffübung in Gänserndorf

Reisezug kollidiert mit Styren beladenem Kesselwagon

So lautete die Alarmmeldung für die Schadstoffeinsatzübung am Bahnhof in Hohenau an der March.

Einleitung:

Die ÖBB lud die FF Hohenau/M. zu einer Schadstoff-Alarmübung am Bahnhof Hohenau/March ein. Ziel war die Überprüfung der Zusammenarbeit von ÖBB Personal mit den vorgesehenen Einsatzkräften.

Laut Alarmplan der FF Hohenau/March war für ein solches Ereignis die Schadstoffeinsatz-Alarmstufe 3 (FF Hohenau/M., BTF Agrana Hohenau/M., FF Ringelsdorf, FF Niederabsdorf, FF Dobermannsdorf) und der Schadstoffzug des Bezirkes Gänserndorf (FF Auersthal, FF Marchegg, FF Gänserndorf, FF Schönfeld) auszulösen. Zur Unterstützung der Schadstoffeinheiten wurden die Schadstoffgruppe des Bezirk Mistelbach und eine Einheit des Feuerwehrmedizinischen Dienstes des Bezirks Gänserndorf alarmiert.

Übungsannahme:

Ein Reisezug kollidierte im Bahnhof Hohenau/March mit einem Kesselwaggon der mit Styren beladen war. Bei der Kollision wurden 5 Personen verletzt und aus dem leckgeschlagenen Kesselwaggon trat der Schadstoff aus.

Details zum Stoff:
Stoffname: STYREN
UN Nummer: 2055
Gefahrennummer: 39

STYREN ist ein entzündbarer flüssiger Stoff, ist gesundheitsgefährlich, reizt die Augen, Atemwege und die Haut. Der Stoff ist schwerer als Luft und kann bei erhöhten Umgebungstemperaturen mit Luft explosive Gemische bilden. Zündgefahr besteht auch durch Entladung von statischer Elektrizität.

Übungsdurchführung:

Die Einsatzleitung der Feuerwehren oblag dem Kommandanten der FF Hohenau/M. OBI Grössl. Die Schadstoffeinheiten wurden durch den Schadstoffzugskommandanten OBM Taibl Raimund von der Feuerwehr der Stadt Gänserndorf geführt.

Um 20:45 Uhr wurde der Alarm durch den Bahnhofsvorstand ausgelöst. Die FF Hohenau/M führte die Erkundung durch, barg die Beförderungspapiere, traf Absperrmaßnahmen, installierte den Lotsendienst und rettete die verletzten Personen und übergaben diese dem Roten Kreuz.

Die alarmierten Nachbarfeuerwehren setzten Brandschutzmaßnahmen, verhinderten die Ausbreitung von entzündbaren Gasschwaden, unterstützten die Ortsfeuerwehr bei der Menschenrettung und leuchteten den Übungsort aus.

Um 21:30 trafen die Schadstoffeinheiten am Bahnhof Hohenau/M. ein. Diese legten die Wirkzone und den inneren Absperrbereich fest und kennzeichneten diese Bereiche.

Mit der Wärmebildkamera des Abschnittes Gänserndorf wurde der noch vorhandene Flüssigkeitsstand im Kesselwaggon festgestellt. Weiters wurde das Leck provisorisch abgedichtet, der ausgetretene Schadstoff mit einer Plane aufgefangen und aus dieser mit einer Fasspumpe wieder in den Kesselwaggon gepumpt, bis zur Installierung von leistungsfähigen Umfüllbehältern.

Die Tätigkeiten in der Wirkzone wurden mit Schutzstufe II und bei Kontaktgefahr mit der Flüssigkeit unter Schutzstufe III durchgeführt. Die Dekontamination wurde mit Wasser und einem fettlöslichem Reinigungsmittel durchgeführt.

Um 22:45 waren alle erforderlichen Maßnahmen gesetzt und das Übungsende verkündet. Im Anschluss daran fand die Versorgung der Übungseinheiten im Feuerwehrhaus Hohenau/M. statt.

Nach den Dankesworten von den verantwortlichen der ÖBB und Bezirksfeuerwehrkokmmandanten Schwabl rückten die Einheiten wieder in ihre Zentralen ein. Eine Übungsbesprechung wird zu einem späteren Zeitpunkt in einem kleineren Kreis durchgeführt. Die Erkenntnisse werden den teilnehmenden Einsatzorganisationen übermittelt.

Vorweg einige Informationen aus der Sicht des Schadstoffzuges Gänserndorf:
Die Schadstoffeinheiten waren mit 45 Mann, 13 Einsatzfahrzeugen und 1 Atemluftkompressor im Einsatz. Die Beengtheit am Übungsort führte zu großen Zeitverlusten. Durch das Nichtvorhandensein von Auffang- und Abdichtmittel in der Anfangsphase trat sehr viel Schadstoff in den Boden ein. Die Erprobung der internen Einsatzpläne führte zu neuen Erkenntnissen und werden überarbeitet.

Quelle: FF Gänserndorf