Neues Feuerwehrausbildungszentrum in Wien Floridsdorf

Startschuss für zentrale Ausbildungsstätte für Einsatzkräfte der Wiener Feuerwehr am 23. August 2013

Wien (OTS) – Die Berufsfeuerwehr Wien baut am Standort der Hauptfeuerwache Floridsdorf auf einer Gesamtfläche von rund 19.500 Quadratmeter ein modernes Feuerwehrausbildungszentrum und reformiert damit das Ausbildungssystem der Wiener Feuerwehr.

Dazu wird anstatt der zuvor angesiedelten KFZ-Reparaturwerkstätte ein Großteil der Ausbildungseinrichtungen in den freiwerdenden Hallen der KFZ-Reparaturwerkstätte untergebracht und die schon bestehenden Ausbildungseinrichtungen des Standortes genutzt. Auf dem Übungsgelände sowie auf einer Außenübungsanlage im Bereich des Gaskraftwerks Leopoldau werden Berufsfeuerwehrfrauen und Berufsfeuerwehrmänner ebenso wie die beiden freiwilligen Feuerwehren aus Süßenbrunn und Breitenlee und der Katastrophenhilfsdienst ausgebildet. Das gaben Feuerwehrstadträtin Vizebürgermeisterin Renate Brauner und Branddirektor Gerald Hillinger am Freitag, 23. August 2013, bei einer Pressekonferenz bekannt.

In dem neugeschaffenen Ausbildungszentrum soll das derzeit angewendete Ausbildungssystem mit mehreren Ausbildung- bzw. Schwerpunktwachen zentralisiert und dadurch die Effizienz und Qualität der Ausbildung gesteigert werden. Die Planung ist bereits abgeschlossen und der Baubeginn ist Anfang 2014. Die Errichtungskosten für das Ausbildungszentrum und das Außengelände betragen 17 Millionen Euro.

“Ich freue mich über die neue Feuerwehrschule, die den ersten AusbildungsteilnehmerInnen schon ab 2015 ein breit gefächertes Lehrangebot, von der Grundausbildung bis hin zu speziellen weiterführenden Kursen, bieten wird. Dass wir diese Neuerung in bestehenden Strukturen umgesetzt haben zeigt, dass man auch mit knappen Ressourcen Reformen umsetzen kann”, so Brauner.

Bei der Grundausbildung handelt es sich um eine fünfmonatige Intensivschulung, zum Erlernen der feuerwehrtechnischen Grundlagen owie Routinen zur Gefahrenabwehr. Aufbauend auf die Grundausbildung durchläuft jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann parallel zu seiner Verwendung im Einsatzdienst drei, je acht Monate dauernde, Aufbaukurse, welche die Schwerpunkte Brandbekämpfung, technische Hilfsleistung und Maßnahmen bei Schadstoffunfällen umfassen. Erst nach diesen Ausbildungsschritten und einer rund zehnjährigen Einsatzerfahrung erfolgt die Ausbildung zum Gruppenkommandanten im Zuge der Chargenschule.

Erste Tiefbauübungsanlage in Österreich

Damit die Ausbildung auch in Zukunft den immer komplexer werdenden Einsatzszenarien sowie den gestiegenen Anforderungen an die Einsatzkräfte selbst gerecht werden kann, wird ein modernes und umfangreiches Ausbildungsprogramm entwickelt. Dazu Vizebürgermeisterin Renate Brauner: “Es freut mich ganz besonders, dass durch das neue Ausbildungssystem nicht nur die Effizienz der Feuerwehr gesteigert werden kann, sondern dadurch auch das Sicherheitsniveau für die Einsatzkräfte erhöht wird.”

Es können diverse Brandszenarien mit Hilfe eines Brandhauses, einer Flashover-Anlage (Simulationsmöglichkeit für Durchzündungseffekte) sowie einer Flüssiggas-Brandübungsanlage praxisnah geübt werden. Darüber hinaus entstehen eine Tiefbauübungsanlage, ein Trümmerhaus, eine Hochbauübungsanlage und eine SchadstoffÜbungsbox. Branddirektor Gerald Hillinger fügt hinzu: “Die geplante Tiefbauübungsanlage wird die erste Anlage dieser Art in Österreich sein und eröffnet für unsere Feuerwehrfrauen und -männer einzigartige Übungsmöglichkeiten unter besonders realistischen Bedingungen.” Um Verkehrsunfälle unterschiedlichster Art ebenso realitätsnah nachstellen zu können, wird ein rund 70 m langer Straßenabschnitt nachgebildet und unterschiedlichste Lkw-Typen zur Verfügung stehen. Weiters wird ein Bahnsteig samt Gleiskörper für die unterschiedlichsten Fahrbetriebsmittel der Wiener Linien und der ÖBB errichtet. Mit diesen Übungseinrichtungen lassen sich zahlreiche Unfallszenarien praxisnah darstellen, somit können die in Folge nötigen Einsatzmaßnahmen unter sicheren Rahmenbedingungen geübt werden.

Berufsfeuerwehr Wien setzt auf gutes Ausbildungspersonal

Die Ausbildung wird durch qualifiziertes und kompetentes Ausbildungspersonal betreut, welches selbst regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teilnimmt. Die besondere Nähe der AusbildnerInnen zur Einsatzpraxis durch langjährige Berufserfahrung sowie der ständige Wechsel zwischen Einsatzdienst und Lehrtätigkeit sichern hohe Qualität und Praxisnähe bei der Ausbildung.

Das Projekt Feuerwehrausbildungszentrum im Überblick

  • Gesamtfläche: rund 19.500 m2
    Fertigstellung Mitte 2015
  • Teilnehmer: 60 GrundausbildungsteilnehmerInnen im Jahr
    bis zu 100 Auszubildende pro Tag
    140 Plätze für weiterführende Kurse
    1600 Plätze für Brandhausfortbildungen im Jahr
  • Ausstattung: 10 Lehrsäle sowie Chemiesaal, EDV- Lehrsaal und Planspielraum, Verwaltungsbüros, Veranstaltungssaal
  • Übungsanlagen für die praktische Ausbildung:
    Fläche: rund 5.500 m2
    Darstellung von Einsatzszenarien größeren Umfanges
    Schwerpunkte: technische Unfallhilfe und Schadstoffeinsätze
    Übungsanlagen: Brandübungshaus, Flashover-Anlage, Flüssiggas-Brandübungsanlage, Kranausleger, Tiefbauübungsanlage, ContainerÜbungsturm, Hochbauübungsanlage, Haus- und Anlagentechnik-Schauraum, Schadstoffübungsbox, Übungshalle für das Retten von Personen aus PKW, Schlosstechnikwerkstätte, Trümmerhaus, Gleiskörper mit Bahnsteig und unterschiedlichen Fahrbetriebsmitteln, Straßenabschnitt mit Verformungssäule und Rohrbrücke

Quelle: APA-OTS

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