Berufsfeuerwehr Wien testet Erkundungs-Drohnen

(Wien/OTS) - Der Betrieb von Drohnen in einer Großstadt wie Wien ist anspruchsvoll: Dicht verbautes Gebiet, stark befahrene Straßen, Ein- und Abflugschneisen des Flughafen Wien und Flugbeschränkungen für einen Großteil des Wiener Luftraums stellen besondere Herausforderungen für den Betrieb von Drohnen dar.

Innerhalb dieser komplexen Rahmenbedingungen startete die Berufsfeuerwehr Wien im August 2022 ein Pilotprojekt zur Evaluierung möglicher Einsatzbereiche für Drohnen bzw. sogenannte "Unbemannte Luftfahrzeuge". Dabei sollen die Vor- und Nachteile des Drohneneinsatzes bzw. deren Nutzen in den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen der Berufsfeuerwehr Wien erhoben und bewertet werden.

Zur Gewährleistung eines sicheren Betriebs war zunächst die Schaffung entsprechender organisatorischer Grundstrukturen und die Ausbildung des Personals entsprechend der rechtlichen Vorgaben erforderlich. Bei der nun schrittweisen Umsetzung des Betriebskonzeptes orientiert man sich vor allem auch an Ergebnissen und Empfehlungen, die im Rahmen einer Arbeitsgruppe des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes für den einheitlichen Betrieb von Drohnen bei den Feuerwehren erarbeitet wurden. Aber auch Erkenntnisse, die durch internationalen Erfahrungsaustausch gewonnen werden, sollen in das Projekt einfließen.

"Die Berufsfeuerwehr Wien zählt dank ihrer hohen Professionalität völlig zurecht zu den besten Einsatzkräften der Welt. Bei ihrem Einsatz für die Sicherheit der Wiener Bevölkerung setzt die Berufsfeuerwehr auch auf die stetige Weiterentwicklung und die Nutzung neuer Technologien. Dazu zählt auch der Einsatz von Drohnen, die den Blaulichtorganisationen bei der schnelleren, sichereren und effizienteren Bewältigung von Notfallszenarien helfen kann", betont Feuerwehrstadtrat Peter Hanke.

Branddirektor DI Mario Rauch sieht jedenfalls großes Potential für die Drohnen bei der Feuerwehr in Wien: "Es gibt bei unseren Einsätzen regelmäßig Situationen, bei denen eine Unterstützung aus der Luft zu einer besseren Lagebeurteilung führen kann. Genauso können Drohnen im unmittelbaren Gefahrenbereich genutzt werden, ohne Feuerwehrleute gefährden zu müssen."

Aktuell stehen für den Probebetrieb drei Teams bzw. Stützpunkte mit insgesamt 40 ausgebildeten Pilot*innen zur Verfügung. Sie können auf drei Drohnentypen zurückgreifen – je nach Erfordernis.

  • Kleines Modell unter 250 Gramm: Diese Type ist rasch und einfach einsetzbar und soll für Erkundungen, für Lageberichte und zur Drohnen-Pilotenausbildung dienen. An Bord befindet sich eine Standardkamera.
  • Mittlere Größe mit ca. 500 Gramm: Diese Type ist besonders robust mit einem Rotorschutz ausgerüstet, eignet sich für Erkundungen innerhalb von Gebäuden und ist ebenfalls mit einer Standardkamera ausgerüstet.
  • Große Drohne mit ca. 3.500 Gramm: Dieses Modell ist mit einer Wärmebildkamera, einer hochauflösenden Kamera mit Zoom und einem Weitwinkelobjektiv ausgerüstet.

Zukünftig soll der Einsatz von Drohnen unter anderem in folgenden Einsatzbereichen erprobt werden.

  • Bereitstellung von Lagebildern zur Unterstützung der Einsatzleitung
  • Erkundungen in Gefahrenbereichen ohne Gefährdung für das Einsatzpersonal (z.B. einsturzgefährdete Bereiche oder bei Gefährdung durch Schadstoffe)
  • Durchführung von Messungen in Gefahrenbereichen ohne Einsatzkräfte gefährden zu müssen
  • Suche von Personen (z.B. ertrunkene Personen, verunfallte Personen in unwegsamen Gelände, etc.)
  • Einsatzdokumentation und Beweissicherung für Ermittlungsbehörden;

Die im Rahmen des Projektes gewonnenen Erfahrungen sollen als strategische Grundlage für zukünftige Anschaffungen und die Ausrichtung organisatorischer Strukturen dienen.

Quelle: APA-OTS

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