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BFKdo. St.Veit/Glan: Stark in der Vergangenheit. Die Zukunft im Fokus.

Die Entwicklung des Feuerwehrbezirkes St. Veit an der Glan seit 2003

Naturgewalten mit Überschwemmungen und Stürmen, schwere Verkehrsunfälle, Hilfeleistungen aller Art und Großbrände fordern jährlich die Florianijünger. Die vielfältigen und auch belastenden Herausforderungen werden von allen Feuerwehrkameraden immer perfekt gemeistert. Nachfolgend ein Bick darauf, dass der Feuerwehrbezirk St. Veit an der Glan auch in anderen Belangen fortschrittlich und am Puls der Zeit war und ist.

Übung macht den Meister

Großübungen im Bezirk standen jährlich am Terminplan. BFK Kaiser hat diese immer sehr akribisch vorbereitet: egal ob es galt mit dem Hubschrauber auf der Burg Hochosterwitz zu landen, wertvolle Kunstgegenstände aus dem Gurker Dom zu bergen, Brand- und Gefahrguteinsätze in der Industrie zu bewältigen, Personen aus einem Bergwerk zu retten, Löschwasser über lange Wegstrecken zu fördern, einen ausgedehnten Waldbrand auf der Flattnitz zu löschen oder einen Black-Out im ganzen Bezirk zu simulieren.

Alle Kameraden waren immer mit Begeisterung dabei. Mit diesen unzähligen Übungen wurden teilweise auch Sicherheits- und Technikmängel aufgezeigt, aber und das hat BFK Kaiser ausgezeichnet: er hat gleichzeitig auch die Lösung präsentiert. Davon konnte sich sogar einmal Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer überzeugen.

Um die gelernten Fähigkeiten unter realen, aber kontrollierten, Bedingungen anzuwenden wurde mehrmals ein gasbefeuerter Atemschutztrainingscontainer zum praktischen Hot-Fire-Training organisiert – lange bevor es diese Möglichkeit auf der Landesfeuerwehrschule gab. Mit einer eigens initiierten LKW-Führerscheinausbildung wurde der Nachwuchs an Kraftfahren im Bezirk gesichert.

Sicherheitsnetzwerk gestaltet

Die abgehaltenen Übungen wurden aber auch immer dazu genutzt, die Kooperation mit anderen Hilfs- und Einsatzorganisationen zu intensivieren. Gemeinsam mit der Bergrettung wurden Menschen aus großen Höhen gerettet, vermisste Personen durch die Rettungshundebrigade aufgefunden und Verletzte durch das Rote Kreuz versorgt. Die Polizei und Behörde war immer miteingebunden und so wurde ein einzigartiges Sicherheitsnetzwerk für den Bezirk gestaltet.

Im Wettbewerb

Das leistungsmäßige Messen der Kameraden auf Bezirks- und Abschnittsebene wurde nicht nur als gute Übung gesehen, sondern auch als kameradschaftliche Festigung, damit man sich im Ernstfall aufeinander verlassen kann. Höhepunkt war die Ausrichtung des Landesbewerbes in Straßburg. Der Bezirk brachte sich aber auch engagiert bei den internationalen Feuerwehrwettbewerben in Villach ein.

Überörtliche Hilfe

Durch die Bildung einer „Überörtlichen-Einsatz-Einheit“ arbeiteten bereits seit 2011 alle Feuerwehren effektiv und effizient zusammen. Dadurch konnte nicht nur ein Beitrag zur Finanzierbarkeit des Gesamtsystems, sondern vor allem auch tatkräftige Hilfe im Bundesland Kärnten und darüber hinaus geleistet werden.

Alle Bürgermeister und Gemeinden des Bezirkes beteiligten sich an dieser sicherheitsbringenden Kooperation und gaben damit ein richtungsweisendes Signal an die Landes- und Bundespolitik. Die Kostenübernahme für überörtliche Hilfe war in Bezirk schon lange geklärt, bevor auf Landesebene im Jahr 2014 eine Vereinbarung unterzeichnet wurde.

Bisheriger Höhepunkt vom KAT-Zug-IV war mit Sicherheit die im Herbst 2016 technisch und organisatorisch herausforderndste, kulinarisch wohlschmeckendste und kameradschaftlich gelungenste Übung im Tritolwerk, einer alten Munitionsfabrik aus dem zweiten Weltkrieg in Niederösterreich.

Weiterbildung

Einen Blick über den Tellerrand werfen, sich weiterbilden stand immer wieder auf der Tagesordung. Unzählige Bildungsworkshops führten zum Bespiel über den Fliegerhorst Zeltweg, die Magna Autowerke zur Hafenfeuerwehr Hamburg und über Kanada und New York wieder zurück.

Investition in die Sicherheit

Mit Fachwissen für Feuerwehrtechnik, mit klaren Vorstellungen und Bedacht auf die Einsatzanforderungen wurde der Bezirk Ausrüstungstechnisch perfekt aufgestellt. 15 Tank- und Rüstlöschfahrzeuge, 21 Löschfahrzeuge, 20 Mannschafts- u. Mehrzweckfahrzeuge, 25 Anhänger und 3 Boote wurden neu angeschafft. Allein dadurch sind mehr als 10 Millionen EURO investiert worden.

Dazu kommen noch unzählige Millionen an EURO die in die Neubauten und Sanierungen der Rüsthäuser, die Neuadaptierung der Bezirksalarm- und Warnzentrale und den Ankauf von Ausrüstungsgegenständen geflossen sind.

Einen enormen Sicherheitsgewinn für jedes Feuerwehrmitglied bedeutete die Anschaffung von rund 2.000 Garnituren an textiler Einsatzbekleidung und von mehr als 30 Stück Atemschutzüberwachungsgeräten. Alles sehr gut investiertes Geld für die Erfüllung der freiwilligen Arbeit aber insbesondere zum Schutz und Wohle der Bevölkerung im Bezirk.

Eine Begutachtung gemäß österreichischen Bundesfeuerwehrverband hat bestätigt, dass die Rüsthäuser den Anforderungen entsprechen und in einwandfreien Zustand sind. Insbesondere auch in Anbetracht dessen, dass alle Rüsthäuser im Bezirk über eine Notstromversorgungsmöglichkeit verfügen und bald mit Brandmeldeanlagen auch sicherheitstechnisch am letzten Stand sein werden.

In anderen Bundesländern wird noch daran gearbeitet, was im Feuerwehrbezirk St. Veit an der Glan schon erledigt ist. Wie auch zum Beispiel ein Konzept wie die Gefahren von Photovoltaikanlagen für Hausbesitzer, aber auch Einsatzkräfte, vermindert bzw. abgewehrt werden können.

Aktiv in der Jugend und im Alter

Damit auch der Nachwuchs in unserer Organisation sichergestellt ist, wurde mit großem Engagement die Feuerwehrjugend im Bezirk etabliert. Unterstützt wurden sie u.a. mit der Anschaffung von einheitlichen Jacken oder dem initiierten und in Grades erstmals abgehaltenen Bezirkszeltlager, welches nun jährlich die Jugendlichen verbindet.

Eine Unterschriftenaktion wurde durchgeführt und auf Landesebene der Vorschlag unterbreitet, die gesetzliche Möglichkeit zu schaffen, dass Feuerwehrmitglieder nach dem 65. Lebensjahr zumutbare Einsatztätigkeiten durchführen dürfen. Heute ist dies Realität.

Freiwillige Hilfe ermöglichen

Die allgemeine Bevölkerungsentwicklung, die Abwanderungsbilanz, die Veränderung der Alterspyramide, die Auswirkung der geburtenarmen Jahrgänge und damit die Verfügbarkeit von Feuerwehrmitgliedern am Tage – während des Arbeitsprozesses – ist nicht nur im Bezirk, nein bundesweit ein großes Thema.

Die dringende Handlungsnotwendigkeit wurde bereits vor mehr als 7 Jahren erkannt. Gemeinsam mit hochrangigen Unternehmensvertretern und der FH Kärnten wurde im europäischen Jahr der Freiwilligkeit ein Lösungskonzept erarbeitet. Nun hat dieses Thema die Landes- und Bundespolitik aufgegriffen und wird hoffentlich zur Sicherheit der Bevölkerung einer zufriedenstellenden Lösung für alle Beteiligten zugeführt. Jede Möglichkeit dafür zu werben wurde und wird genutzt – zu Letzt im Rahmen eines Gespräches von BFK Kaiser mit dem Bundesminister für Inneres, Mag. Wolfgang Sobotka.

Neue Wege

In vielen Belangen wurde eine Vorreiterrolle eingenommen. Hier ist z.B. an die 1. Fahrzeugsanierung in Glödnitz, der Abhaltung des TS-Maschinisten-Pilotlehrganges oder auch die gute und aktive Zusammenarbeit mit den Betriebsfeuerwehren zu nennen. Eine wurde in der Amtszeit von BFK Kaiser sozusagen aus der Taufe gehoben, jene der Donau-Chemie Brückl. Impulse für den Fitnessgedanken wurden z.B. durch gemeinsame Wandertage und Radtouren gesetzt. Die Einbindung zahlreicher Kuraten und Ärzte sorgt für den seelsorglichen und medizinischen Dienst in der Feuerwehr.

Benefiz

Gemeinsam mit dem 8-Gsong und Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz wurde ein weihnachtlicher Fixpunkt initiiert. Seit 2003 ist das Benefizkonzert im Stift St. Georgen, zu dem hunderte von Menschen aus allen Teilen des Landes Kärnten und darüber hinaus strömen, der Zeitpunkt, wenn „Weihnachten ankommt“. Vielen in Feuerwehrfamilie konnte mit dem Reinerlös unkompliziert, schnell und ohne großes Aufsehen wirklich geholfen werden. Auch andere caritative Aktivitäten wurden gesetzt, wie z.B. mit einem Aktionstag krebskranken Kindern einen unvergesslichen Tag zu bereiten.

Fakten

Der Bezirk St. Veit an der Glan zählt rund 2.300 Feuerwehrmitglieder in 43 Freiwilligen Feuerwehren und 4 Betriebsfeuerwehren. Von den rund 2.200 aktiven Mitgliedern sind ca. 80 weiblich.

Rund 150 Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren, darunter ca. 45 Mädchen, engagieren sich in 18 Feuerwehrjugendgruppen. Freiwillig absolvieren die Florianijünger jährlich eine vielfältige Aus- und Weiterbildung auf Bezirks- und Landesebene.

Im Jahr sind rund 2.500 Einsätze zu bewältigen. Davon ist der Großteil (70%) auf technische Hilfeleistungen nach Stürmen, Überschwemmungen, Verkehrsunfällen usw. zurückzuführen. Brandeinsätze verschiedenster Art sowie die Alarme von Brandmeldeanlagen und Heimrauchmeldern machen 30 % aus.

Die Helfer der Nächstenliebe erbringen so für die Allgemeinheit eine unentgeltliche Gesamtleistung pro Jahr in der Höhe von rund 15 Mio. EURO.

Quelle: BFKdo. St.Veit/Glan, BI MMag. Wilhelm Mitterdorfer